Coronavirus: Wie sehr die Corona-Krise die Psyche belastet

Interview / von Deutsche Presse-Agentur (dpa), veröffentlicht am 31.03.2020

Die Corona-Pandemie hat den Alltag in Deutschland stark verändert. Für jeden Einzelnen bedeutet das eine Belastung – insbesondere auch für Menschen mit psychischen Erkrankungen kann das gefährlich werden Der Begriff Corona-Ferien verharmlost die Lage sträflich!

„Ich kann nicht mehr bestimmen, wie ich mich bewege, mit wem ich mich in einem Raum aufhalte. Das meiste ist jetzt vorbestimmt und geografisch limitiert.“ Außerdem befinden sich Familien plötzlich in einem ungewohnten und erzwungenem 24/7-Modus. Es fehlen neue Routinen und Ausweichmöglichkeiten. Hinzu kommt die Sorge um die eigene Gesundheit.

„Wir stellen uns in dieser Zeit darauf ein, dass Straftaten der häuslichen Gewalt deutlich zunehmen werden“, sagt auch Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne). Das zeigen bereits Erfahrungen aus China und Italien. Die Sorge ist Sorge berechtigt. Häusliche Gewalt wird  zunehmen. In sozialen Nahräumen, wo dies ohnehin schon der Fall ist, kann es jetzt lebensbedrohlich werden für Betroffene. Sich Hilfe zu suchen ist derzeit besonders schwierig.

Mehr im Fokus gebührt den Beschäftigten im Gesundheitswesen. Die Corona-Krise kann und wird sie an physische und psychische Grenzen bringen. Reichen zum Beispiel Intensivbetten für Covid-19-Erkrankte in Deutschland nicht aus, kommen auf das medizinische Personal Entscheidungen zu, die sie bislang so kaum kennen. In Italien, wo zuletzt 1.000 Menschen am Tag an Covid-19 starben, brauchten die Ärzteschaft und das Pflegepersonal psychologische Unterstützung, um weiterarbeiten zu können.

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