Gaffen 4.0 – Schneller auf Youtube als im Rettungswagen!

Von Ursula Gasch und Luise Weber

Fachzeitschrift Kriminalistik, Ausgabe 10/2017, S. 571 ff.

Gaffer scheinen keinen Entscheidungskonflikt auszutragen, der damit im Zusammenhang steht, einen Beitrag zur Rettung Verunglückter zu leisten. Sie betrachten, von der Situation überwältigt und gefesselt, die Szenerie – verharren und können sich kaum davon lösen und beispielsweise einfach weiterfahren. In jüngerer Zeit beobach-ten wir daneben verstärkt eine durch erhebliche Aggression geprägte Spezies dieser unerwünschten Zuschauer. Diese werden plötzlich selbst zum Teil des Szenarios, indem sie sich „in die erste Reihe“ drängen und Opfer aus allernächster Nähe betrachten, Filmen oder Fotos machen, um diese hochzuladen – aktiv, aggressiv und rück-sichtslos.

Die Lust an spektakulären Ereignissen, bei denen andere Menschen Leid erfahren, ufert in den letzten Jahren quantitativ und qualitativ aus. Immer öfter fordern Gaffer einen offenbar gefühlten Anspruch auf Teilhabe am Geschehen ein und scheuen sich nicht, diesen auch aggressiv und rücksichtslos durchzusetzen. Der Beitrag beleuchtet historische und konzeptionelle Zugänge zur Entwicklung eines an sich nicht neuen, jedoch in seinen neuzeitlichen Ausprägungen und Auswüchsen zunehmend bedrohlichen Phänomens. Besondere Berücksichtigung finden kriminalpsychologische und juristische Aspekte, aber auch Aspekte der fortschreitenden Technisierung und Digitalisierung der menschlichen Lebenswelt sowie die Wechselwirkung von virtueller und realer Sozialisation (Mindset-Problematik). Diskutiert wird weiter, inwiefern dem Verhalten von Gaffern durch Gesetze oder andere Maßnahmen Einhalt geboten werden kann.

https://www.researchgate.net/publication/320504876_Gaffen_40_-_Schneller_auf_Youtube_als_im_Rettungswagen_Kriminalpsychologische_Annaherung_an_den_hasslichen_kleinen_Bruder_der_Neugier

außerdem:

http://dr-gasch.de/gaffen-kann-suechtig-machen/

http://dr-gasch.de/und-alle-schauen-zu-wenn-gewalttaten-live-auf-facebook-uebertragen-werden/

https://www.zeit.de/wissen/2019-05/schaulustige-gaffer-unfall-psychologie

https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/hinsehen-bei-unfaellen-ab-wann-ist-es-gaffen-und-wieso-tun-wir-es/

 

Terrorismus und Radikalisierung: Kriminalpsychologische Aspekte

Beitrag vorgestellt auf der Fortbildung und Mitgliederversammlung der Sektion Angestellte und Beamtete Psychologen des BDP in Stuttgart am 15.10.2016

Gefährdungsanalyse am Beispiel Stalking (2016)

Beitrag vorgestellt auf dem Seminar „Rechtspsychologie und Forensische Psychiatrie“, vom 01.-03. Juni 2016 an der Deutschen Hochschule für Polizei in Münster

Aspekte der Psychosozialen Notfallversorgung PSNV als Bestandteil des zukünftigen 3. Opferrechtsreformgesetzes

Beitrag im Rahmen der „4. Fachtagung Notfallpsychologie“ vom 15.-17. Oktober 2015 in Magdedeburg

Vom personalen Beweismittel zum informierten Prozessbeteiligten: Psychotraumatologische Aspekte des 3. Opferrechtsreformgesetzes

Beitrag vorgestellt im Rahmen der Fachtagung „Informierte Opfer – Infovictims“ durchgeführt vom Weissen Ring am 23. September 2015 in Göttingen / 21. Oktober 2015 in Augsburg

Opfer, Ermittler und Justiz: Einordnung und Bewertung traumarelevanter Aspekte im Ermittlungs- und Strafverfahren

Buchbeitrag in: „Kriminalitätsbekämpfung – Ein Blick in die Zukunft“. Hrsg.: H. Artkämper und H. Clages. Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Kriminalistik,  Band 5 (Boorberg Verlag)

Der Weg zum Terroristen: Kriminalpsychologische Aspekte der Radikalisierung

Fortgesetzte Beiträge vorgestellt im Rahmen der „Salzburger Hochschulwochen 2015“ (Rahmenthema „Prekäre Humanität“) am 31.07. und am 01.08.2015

Sexualdelikte aus kriminologischer, psychotraumatologischer und juristischer Sicht

Buchbeitrag in: „Handbuch der Psychotraumatologie“ (2. Auflage) Hrsg.: G. Seidler, H. Freyberger, A. Maercker. Klett-Cotta Verlag

Psychosoziale Prozessbegleitung. Zeugen-Mut statt Opfer-Angst

Beitrag vorgestellt auf der 85. Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister am 07. April 2014 in Berlin

Erfahrungen mit Medienberichterstattung aus Sicht einer Kriminalpsychologin

Beitrag vorgestellt auf der Fachtagung „Opfer und Medien. Was sich Opfer von Medien, Justiz und Fachberatung wünschen“ in der Evangelischen Akademie Bad Boll am 18./19. Oktober 2013 in Bad Boll

Individuation und kollektive Identität – Kontextualität in Radikalisierungsprozessen

Beitrag vorgestellt auf der 1. Fachtagung „Terrorismus/Extremismus und Fundamentalismus im Wandel: Das Phänomen des ‚Einsamen Wolfs‘ “ des Netzwerks Terrorismusforschung e.V. am 10./11. Oktober 2013 in Berlin

Meta- und Cybercrime: Quo Vadis? Grundlegende kriminalpsychologische Gedanken im Zusammenhang mit strafrechtlich relevantem Verhalten in virtuellen Welten

Buchbeitrag in: Kriminalistik: gestern – heute – morgen, Hrsg.: H. Artkämper und H. Clages. Festschrift zum 10-jährigen Bestehen der Deutschen Gesellschaft für Kriminalistik. Schriftenreihe der DGfK. S. 145-161