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Publikationen

Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche – Aktuelle Befunde

Februar 2010/in Publikationen /von Neckarmedia

Fachzeitschrift Trauma & Gewalt. Forschung und Praxisfelder, Heft 2 / 2010, S. 94 – 104.

Autorin: Dr. Ursula Gasch, Diplom-Psychologin und Kriminologin

Bezüglich des Kindesmissbrauchs erscheint der Anteil katholischer Würdenträger als Täter jedenfalls in der öffentlichen Wahrnehmung herausragend. Ein deutliches Signal setzte in diesem Zusammenhang der höchste katholische Würdenträger selbst zum Auftakt seines Amerika- Besuchs bereits im April 2008: So hat sich Papst Benedikt XVI. zur Häufung von Missbrauchsfällen durch katholische Priester in den USA »tief beschämt« geäußert – und hartes Vorgehen gegen Kindesmissbrauch angekündigt. Für pädophile Priester sei kein Platz in der katholischen Kirche. Es stellt sich die Frage, ob und inwieweit Fakten das Bild vom »pädophilen katholischen Priester«, der überproportional unter Sexualstraftätern, die Kinder missbrauchen, zu finden sei, tatsächlich stützen. Schließlich existiert bis heute keine offizielle Statistik über geistliche Sexualstraftäter. Weiter gilt es, die Rolle streng hierarchischer Strukturen einer mit großem Einfluss ausgestatteten Organisation, wie die der katholischen Kirche, mit ihrer Forderung nach zölibatärem Ordensleben, bezüglich eines erhöhten Risikos, Sexualstraftäter in ihren Reihen anzutreffen, zu diskutieren. Übt im Ergebnis vielleicht gerade eine rigide Sexualpolitik besondere Anziehungskraft auf pädophil veranlagte Menschen aus oder fördert sie generell sexuelle Übergriffe? Im Fokus des nachfolgenden Beitrags stehen die Resultate der bislang größten Studie, die ausführlich das Phänomen des Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen durch Priester der katholischen Kirche untersucht. Erstmals stammen die Daten dabei nicht etwa nur aus den Quellen der Ermittlungsbehörden oder der Justiz, sondern in erster Linie aus den Archiven der katholischen Kirche, welche diese zum Zwecke der Untersuchung öffnete.

/wp-content/uploads/2016/11/logo-gasch-retina_1.png 0 0 Neckarmedia /wp-content/uploads/2016/11/logo-gasch-retina_1.png Neckarmedia2010-02-02 11:30:472016-11-22 15:11:13Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche – Aktuelle Befunde

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Letzte Veröffentlichungen

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    In: 21. International Congress „Criminalistics and Forensic Expertology: Science, Studies, Practice“ (Gdansk / Danzig, 18.-20. Sept. 2025) A collection of peer-reviewed scientific articles Hrsg: Lithuanian Criminalists Association, Lithuanian Criminalists Association, Polish Association of Criminalists / Forensic Association Vilnius – Warszawa, 2025 ISBN 9788396066657

  • Potential sources of error when establishing the facts – recognising false memoriesAugust 2025 - 19:11

    Zusammenfassung

    Zur Aufgabe des aussagepsychologischen Sachverständigen zählt vornehmlich die Prüfung, ob eine Aussage eine Falschbehauptung darstellt, oder ob sie zwar der subjektiven Realität einer Person entspricht, objektiv aber unzutreffend und damit nicht erlebnisfundiert ist. Inzwischen unumstritten ist, dass Erinnerungen an nie stattgefundene Ereignisse unter bestimmten Umständen künstlich generiert und verstärkt werden können. Fatal ist, dass Scheinerinnerungen aus aussagepsychologischer Sicht eine mitunter sogar hohe Aussagequalität aufweisen und schwer belegbar sind, sofern sich keine Hinweise für eine erhöhte Suggestibilität des Zeugen finden und keine entsprechenden Außenkriterien bzw. Sachbeweise auszumachen sind. Als nicht unerhebliche mögliche Fehlerquellen haben sich in diesem Zusammenhang dem Ermittlungs- und Strafverfahren vorangehende und begleitende traumatherapeutische Behandlungen, aber auch der intensive tatbezogene Austausch im sozialen Nahraum oder in Selbsthilfegruppen und Internetforen sowie sonstige mediale Einflüsse, erwiesen. Im Fokus dieses Beitrags stehen die Besonderheiten einer Aussageperson sowie externer Faktoren, wie klinische Diagnosestellung und das Procedere einer Traumatherapie, im Hinblick auf das Risiko der Entstehung von Scheinerinnerungen und korrespondierende Folgen für die Einschätzung der Glaubhaftigkeit im Rahmen der aussagepsychologischen Systematik.

    Summary

    The task of the psychological expert witness is primarily to examine whether a statement is a false assertion or whether it corresponds to the subjective reality of a person but is objectively incorrect and therefore not based on experience. It is now undisputed that memories of events that never happened can be artificially generated and reinforced under suggestive circumstances. Furthermore it is fatal that, from the point of view of testimonial psychology, false memories sometimes even have a high quality of testimony and are difficult to substantiate unless there are indications of increased suggestibility on the part of the witness and no corresponding external criteria or material evidence can be identified. In this context, trauma therapy treatments preceding and accompanying the investigation and criminal proceedings, but also the intensive crime-related exchange in the social environment or in self-help groups and internet forums, as well as media influences, have proven to be not insignificant potential sources of error. This article focuses on the particularities of a witness and external factors, such as clinical diagnosis and the procedure of trauma therapy, with regard to the risk of evoking false memories and the corresponding consequences for the assessment of credibility within the framework of the psychological system of testimony.

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Kontakt: Dr. Ursula Gasch

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